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Wie bringt man Europa näher an die Menschen heran? Eine Antwort darauf versucht die EU-Kommission mit ihrer Regionalvertretung in Bonn zu geben. Der Europa-Punkt am Bundeskanzlerplatz versteht sich als Anlaufstelle für Bürger*innen, Schulen, Medien und Organisationen, die mehr über die Arbeit der EU erfahren wollen.

Am 8. Oktober 2025 war der Bonner Medienclub auf Einladung von Dr. Stefan Lock, dem Leiter der Bonner Vertretung, zu Gast in der EU-Repräsentanz der Regionalvertretung der Europäischen Kommission. Die hiesige Regionalvertretung ist erst kürzlich an die geschichtsträchtige Adresse umgezogen.

Lock begann seine Vorstellung der Regionalvertretung damit, ihre Aufgabe, die Arbeit der EU-Kommission – auch in Abgrenzung zu anderen EU-Institutionen – als Informationszentrum Europa-Punkt Bürgern, Schulen, Medien, Organisationen bei Veranstaltungen, in Seminaren, aber auch auf Anfrage in individuell zugeschnittenen Formaten zu erläutern. Zuständig ist die von Lock geleitete Vertretung für Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland und versteht sich als Bindeglied zwischen diesen Bundesländern und der Kommission in Brüssel.

Die Mitglieder bekamen Einblick in das aktuelle politische Programm der EU-Kommission, in dessen Zentrum die Wettbewerbsfähigkeit der EU steht. Dabei lenkte Lock auch den Blick auf die Planbarkeit der Agenda und insbesondere den dafür nötigen Budgets in einer Zeit kumulierter Krisen. Gleichzeitig steigt der Bedarf, die EU zu erklären, in Zeiten zunehmender Kritik. So seien Entscheidungen wie die des EU-Parlaments am Tage des Hausbesuchs, aufgrund der Verwechslungsgefahr zwischen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln Begriffe wie „Tofu-Würstchen“, „Soja-Schnitzel“ oder „Veggie-Burger“ zu verbieten, erklärungsbedürftig.

Die Regionalvertretung setzt in ihrer Arbeit beispielsweise in Schulen den Fokus darauf, was die EU ganz lokal vor Ort in der Kommune bringt, um mehr Nähe zu Brüssel herzustellen. Dabei gab Lock auch den Ausblick auf eine in Planung befindliche Erhebung, um die Erwartungshaltung der Jugend in Interviews zu ermitteln und die Aufklärungsarbeit daran auszurichten.

Jérôme Lefèvre

Beim Besuch des CDU-Europaabgeordneten Axel Voss beim Bonner Medien-Club stand die Zukunft Europas im Mittelpunkt. Voss skizzierte die großen Herausforderungen für die EU: Klimakrise, Migration, Digitalisierung und geopolitischer Druck von außen. Er forderte mehr politische Führung – insbesondere von Deutschland – und ein entschlosseneres gemeinsames Handeln der Mitgliedsstaaten.

Mit Blick auf die Digitalisierung sprach sich Voss für mehr europäische Souveränität und eine Stärkung eigener Infrastrukturen aus. Auch rechtliche Fragen wurden thematisiert, etwa das sogenannte Plattformprivileg, das großen Internetkonzernen rechtliche Vorteile verschafft. Hier sei eine Reform überfällig, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

Voss plädierte für mehr Gemeinsamkeit in der Außen-, Sicherheits- und Technologiepolitik – und machte klar: Nur wenn Europa seine Kräfte bündelt, kann es auch künftig eine gestaltende Rolle in der Welt einnehmen.

Richard Bongartz

Wir funktioniert die EU und warum gerade jetzt die Menschen wählen gehen sollen: Der BMC findet das mit einer Abordnung in Brüssel heraus.