Aktuelles und News vom BMC

TV-Star Eckart von Hirschhausen setzt sich seit einiger Zeit für die Klimawende ein. Was Tatsache ist und wo Hoffnung besteht, berichtete er dem BMC.

 

Ein spannendes Gespräch mit Ulrich Schlie, dem Direktor des Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) an der Uni Bonn, erlebten die Mitglieder des Bonner Medien-Clubs. Foto: Dynewski

Der BMC hatte kürzlich die Gelegenheit zu einem Hintergrundgespräch mit Professor Dr. Ulrich Schlie, dem Direktor des Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) an der Uni Bonn. Schlie, der 27 Jahre im Auswärtigen Dienst, vornehmlich im Bundesverteidigungsministerium, tätig war, bevor er 2014 wieder in die Wissenschaft wechselte, hat am CASSIS den Kissinger-Lehrstuhl inne, über den er sagte, man schreibe dort keine Hagiographie des gerade verstorbenen Ex-US-Politkers und Harvard-Professors Kissinger.

 

Das Gespräch fand mit rund 40 Teilnehmenden im Hörsaal 6 des Hörsaalzentrums auf dem Campus Poppelsdorf statt, auf dem sich noch viele Baustellen auftun. Professor Schlie wollte keine „professorale Vorlesung“ halten, sondern ein Gespräch führen. Klar war, es sollte um die Konfliktherde gehen, den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und den Gaza-Krieg, den die Hamas mit ihrem Terrorangriff auf israelische Zivilisten am 7. Oktober ausgelöst hat.

In einer Tour d’horizon skizzierte Professor Schlie, wie sich gerade – wieder einmal – die politischen Mächte in der Welt neu ordnen. Viel war die Rede von Fehleinschätzungen, etwa was die Kriegsabsichten Wladimir Putins anging, die schwindende Bedeutung der Vereinten Nationen und die Gefahren, die der Iran darstellt.

Ganz zu schweigen, was aus der Europäischen Union wird, falls die Republikaner mit Donald Trump im November ins Weiße Haus in Washington einziehen werden. Erleben wir bald ein post-amerikanisches Zeitalter? Einen Blick warf Professor Schlie auch auf die deutsche nationale Sicherheitsstrategie, die er als „nur beschreibend“ einordnete. Der Pazifikregion sollten die Deutschen mehr Aufmerksamkeit entgegenbringen, wenn es nach dem CASSIS-Direktor geht.

Es entspann sich danach eine angeregte Fragerunde, bei der auch kritische Stimmen laut wurden. Diese hätte sicherlich sehr viel länger gedauert, wäre nicht nach gut einer Stunde das Gespräch nach draußen ins Foyer verlegt worden, wo man in kleiner Runde mit dem Gast weiter diskutierte und einen kleinen Imbiss genießen konnte, den die umsorgende Katja Dynewski aufgebaut hatte.

Ulla Thiede

Beim Hausbesuch auf dem Betriebshof von Bonnorange am Lievelingsweg erfuhren die BMC-Mitglieder vieles über die Aufgaben des Entsorgungs- und Reinigungsunternehmen.

Empfang mit Aussicht: Anlässlich des b° future Festivals haben der Bonner Medienclub und die Design Offices zu einem Empfang eingeladen.

Kunst, Kreativität und Nachhaltigkeit zeichnet das V-Hotel auf dem Venusberg aus. Wer eintritt, wird von der Gestaltung des Hause überrascht sein.

Der Bonner Medienclub traut sich wieder aufs Wasser und paddelt beim Elefantenrennen mit. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Die Bonner Umweltorganisation „Germanwatch“ hat den Bröckemännche-Preis 2023 des Bonner Medien-Clubs (BMC) erhalten. Die feierliche Übergabe der Trophäe, die einer Sandsteinfigur an der Bonner Kennedybrücke nachempfunden ist, fand beim Sommerempfang des BMC im Garten des Funkhauses der Deutschen Welle statt.

In ihrer Laudatio würdigte die Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner Germanwatch die unabhängige Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Bonn und Berlin, die sich seit mehr als 30 Jahren für eine zukunftsfähige globale Entwicklung einsetzt. „Germanwatch hat sich nie vor Auseinandersetzungen gescheut, doch dabei stets das gemeinsame Ziel in den Mittelpunkt gestellt“, sagte Frau Dörner. „Deshalb ist die Organisation so angesehen über Parteigrenzen hinweg, deshalb vertrauen Entscheider*innen auch auf höchster Ebene gerne auf Germanwatch-Expertise.“ Germanwatch und Bonn, da sei „schon immer eine Win-Win-Situation“: „Und deshalb freue ich mich ganz besonders, dass der Bonner Medien-Club die über 30-jährige Arbeit dieser wichtigen Organisation heute mit dem Bröckemännche-Preis würdigt.“

Der Intendant der Deutschen Welle, Peter Limbourg, hatte die Gäste persönlich im Funkhaus des deutschen Auslandssenders begrüßt. Er sagte: „Die Deutsche Welle ist gern wieder Gastgeber für die Verleihung des Bröckemännche. Das BMC-Treffen bei der DW ist ein gutes Signal für die Lebendigkeit des Medienstandorts Bonn. Freie Medien sind angesichts zunehmender Einschränkungen von Presse- und Meinungsfreiheit sowie internationaler Krisen, Konflikte und Kriege wichtiger denn je.

„Die Themen von Germanwatch sind heute hochaktuell“, sagte BMC-Vorsitzender Prof. Dr. Andreas Archut. „Dabei übersieht man leicht, dass die Organisation sich schon seit Jahrzehnten mit großer Ausdauer und Beharrlichkeit für den Klimaschutz eingesetzt hat – lange bevor das Thema die Mitte der Gesellschaft erreicht hat.“ In der ‚Fachcommunity‘ habe Germanwatch sich mit seiner Arbeit einen Namen gemacht. So mancher klima- und entwicklungspolitische Meilenstein wäre ohne Germanwatch später oder vielleicht auch gar nicht erreicht worden. In der breiten Öffentlichkeit genieße die Organisation aber noch nicht die Sichtbarkeit, die sie verdiene. „Mit dem Bröckemännche-Preis wollen wir das nun ändern“, erklärt Archut mit einem Augenzwinkern.

„Im Kampf für Nachhaltigkeit und gegen die Ungerechtigkeit in der Welt hat Germanwatch Qualitäten bewiesen, die nun zur Auszeichnung mit dem Bröckemännche-Preis geführt haben“, sagt Archut. Seit über drei Jahrzehnten erreiche die NGO mit Beharrlichkeit und Netzwerkbildung ihre Ziele. Sie brauche dafür keine laute Effekthascherei (und auch keinen Klebstoff).

Für Germanwatch nahm die Vorsitzende Silvie Kreibiehl die etwa backsteingroße Figur entgegen: „Wir freuen uns sehr über die Anerkennung und Wertschätzung für zivilgesellschaftliches Engagement in dieser so entscheidenden Dekade. Bis 2030 müssen wir die globalen Emissionen halbieren, um auf einem 1,5 Grad-Pfad zu bleiben, und wichtige Entscheidungen hin zu einer gerechten Transformation treffen. Dazu braucht es große Anstrengungen, Engagement, Mut zu kontroversen Debatten und Lust auf Veränderung bei vielen Beteiligten. Dem Journalismus kommt dabei eine zentrale Rolle zu – denn große Veränderungen müssen auch sachlich erklärt, kritisch diskutiert und verständlich kommuniziert werden.“

Ergänzt wurde die Dankesrede von Frau Kreibiehl durch einen auf Video aufgezeichneten und während der Veranstaltung ausgestrahlten Dialog mit der ukrainischen Klimawissenschaftlerin und IPCC-Autorin Svitlana Krakovska. Dabei wurden noch einmal die drei Themen und Zielsetzungen von Germanwatch deutlich: Erstens, in einer alarmierenden Situation mit klaren wissenschaftlichen Aussagen zu Zukunftsfragen der Menschheit den wissenschaftlichen Sachstand zugrunde zu legen. Zweitens, in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit vor Augen zu führen, trotz aller Widrigkeiten das Thema Klimaschutz nicht aus den Augen zu verlieren. Drittens kooperiert Germanwatch bereits seit mehreren Jahren mit ukrainischen Organisationen zur Frage der Transformation des Energiesektors in Richtung Erneuerbare Energien.

Konkrete Beispiele für die politische Wirksamkeit der Expertinnen und Experten von Germanwatch sind die jüngsten Erfolge beim Europäischen Emissionshandel und der EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte. So ist die tiefgreifende Reform und Ausweitung des Europäischen Emissionshandels ein Riesenerfolg für den Klimaschutz in der EU und auch für Germanwatch. Denn durch glaubwürdige Advocacy-Arbeit, fachkundige Hintergrundgespräche und engagierte Öffentlichkeitsarbeit hat Germanwatch einen Beitrag dazu geleistet, dass eine solch ambitionierte Reform möglich wurde.

Bereits seit 2020 setzt sich Germanwatch für eine ambitionierte Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten der EU ein. Im Dezember 2022 erfolgte nun die politische Einigung über eine EU-Verordnung über entwaldungsfreie Produkte. Unternehmen müssen in Zukunft nachweisen, dass bestimmte Produkte nicht auf Flächen produziert wurden, die nach Dezember 2020 gerodet wurden. Germanwatch untersuchte zudem die EU-Gesetzgebung auf geeignete Verpflichtungen für den Finanzsektor und setzt sich seitdem dafür ein, dass auch Finanzakteure ihre Investitionen auf Entwaldungsrisiken prüfen und diese minimieren. Die EU-Kommission hat sich nun verpflichtet, in den nächsten zwei Jahren zu prüfen, ob EU-Rechtsvorschriften ausreichen, um die Finanzierung von Entwaldung durch Europas Banken, Versicherungen und Pensionsfonds zu verhindern.

Der Bröckemännche-Preis

Namensgeber des Bröckemännche-Preises ist eine Sandsteinfigur an der Bonner Kennedybrücke, das ursprünglich am Beueler Brückenkopf der ersten Bonner Rheinbrücke hing und daran erinnern sollte, dass das damals selbständige Beuel sich nicht an den Baukosten beteiligt hatte. Seit über 25 Jahren verleiht der BMC die Miniaturausgabe des Bröckemännches an Menschen und Gruppierungen, die mutig, kritisch, ironisch, direkt und unangepasst sind. Zu den Preisträgern gehören Unternehmer Dr. Hans Riegel (Haribo), Kulturschaffende wie Beethovenfest-Intendantin Prof. Dr. Nike Wagner und Politiker wie die Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand. Auch Ludwig van Beethoven erhielt posthum die Auszeichnung, genauso wie der Bönnsche Karneval.

Über Germanwatch

Germanwatch ist eine unabhängige Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisation, die sich für eine zukunftsfähige globale Entwicklung einsetzt, die sozial gerecht, ökologisch verträglich und ökonomisch tragfähig ist. Mit über 650 erfolgreich abgeschlossenen Projekten hat sich Germanwatch seit 1991 als wirkungsvoller Akteur der Zivilgesellschaft etabliert.
Germanwatch arbeitet schwerpunktmäßig zu den Themenbereichen:

  • Klimaschutz, Klimaanpassung, Schäden und Verluste
  • Unternehmensverantwortung
  • Welternährung, Landwirtschaft und Handel
  • Nachhaltige und demokratiefähige Digitalisierung
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • Sustainable Finance
  • Klima- und Menschenrechtsklagen

An den Standorten Bonn und Berlin arbeiten mehr als 100 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter:innen sowie Praktikant:innen und junge Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr bei Germanwatch machen. Hinzu kommt ein wachsendes Netzwerk, das aus Engagierten, Honorarkräften und internationalen Organisationen besteht.
Mehr Informationen: www.germanwatch.org

Die Bonner Umweltorganisation „Germanwatch“ wird in diesem Jahr mit dem Bröckemännche-Preis des Bonner Medien-Clubs (BMC) ausgezeichnet. Das hat der BMC, die Vereinigung von rund 250 Medienschaffenden und Kommunikationsverantwortlichen aus Bonn und der Region, bekanntgegeben. Die Preisverleihung soll im Rahmen des Sommerempfangs des BMC am 12. Juni 2023 stattfinden. Die Laudatio auf Germanwatch wird Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner halten.

Germanwatch ist eine unabhängige Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Bonn und Berlin, die sich seit mehr als 30 Jahren für eine zukunftsfähige globale Entwicklung einsetzt.

„Die Themen von Germanwatch sind heute hochaktuell“, sagt BMC-Vorsitzender Prof. Dr. Andreas Archut. „Dabei übersieht man leicht, dass die Organisation sich schon seit Jahrzehnten mit großer Ausdauer und Beharrlichkeit für den Klimaschutz eingesetzt hat – lange bevor das Thema die Mitte der Gesellschaft erreicht hat.“ In der ‚Fachcommunity‘ habe Germanwatch sich mit seiner Arbeit einen Namen gemacht. So mancher klima- und entwicklungspolitische Meilenstein wäre ohne Germanwatch später oder vielleicht auch gar nicht erreicht worden. In der breiten Öffentlichkeit genieße die Organisation aber noch nicht die Sichtbarkeit, die sie verdiene. „Mit dem Bröckemännche-Preis wollen wir das nun ändern“, erklärt Archut mit einem Augenzwinkern.

„Im Kampf für Nachhaltigkeit und gegen die Ungerechtigkeit in der Welt hat Germanwatch Qualitäten bewiesen, die nun zur Auszeichnung mit dem Bröckemännche-Preis geführt haben“, sagt Archut. Seit über drei Jahrzehnten erreiche die NGO mit Beharrlichkeit und Netzwerkbildung ihre Ziele. Sie braucht dafür keine laute Effekthascherei (und auch keinen Klebstoff). 

Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch: „Politische Wirksamkeit beim Erreichen unserer Ziele für Klimaschutz und Menschenrechte steht für Germanwatch an erster Stelle. Dafür setzen wir auf Dialog und Kooperation wo möglich und Konfrontation wo nötig. Protest ist vor allem dann politisch wirksam, wenn er zeigt, wie sich mit der Umsetzung der Forderungen
Wahlen gewinnen und neue Geschäftsmodelle aufbauen lassen. Dazu muss er gesellschaftliche Bündnisse aufbauen, einerseits mit Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften und Sozialverbänden, andererseits mit progressiven Unternehmen und Finanzmarktakteuren. Aber der Protest muss auch Zähne haben, ohne Druck von der Straße oder im Gerichtssaal passiert nicht viel.“

Konkrete Beispiele für die politische Wirksamkeit der Expertinnen und Experten von Germanwatch sind die jüngsten Erfolge beim Europäischen Emissionshandel und der EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte. So ist die tiefgreifende Reform und Ausweitung des Europäischen Emissionshandels  ein Riesenerfolg für den Klimaschutz in der EU und auch für Germanwatch. Denn durch glaubwürdige Advocacy-Arbeit, fachkundige Hintergrundgespräche und engagierte Öffentlichkeitsarbeit hat Germanwatch einen Beitrag dazu geleistet, dass eine solch ambitionierte Reform möglich wurde.

Bereits seit 2020 setzt sich Germanwatch für eine ambitionierte Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten der EU ein. Im Dezember 2022 erfolgte nun die politische Einigung über eine EU-Verordnung über entwaldungsfreie Produkte. Unternehmen müssen in Zukunft nachweisen, dass bestimmte Produkte nicht auf Flächen produziert wurden, die nach Dezember 2020 gerodet wurden. Germanwatch untersuchte zudem die EU-Gesetzgebung auf geeignete Verpflichtungen für den Finanzsektor und setzt sich seitdem dafür ein, dass auch Finanzakteure ihre
Investitionen auf Entwaldungsrisiken prüfen und diese minimieren. Die EU-Kommission hat sich nun verpflichtet, in den nächsten zwei Jahren zu prüfen, ob EU-Rechtsvorschriften ausreichen, um die Finanzierung von Entwaldung durch Europas Banken, Versicherungen und Pensionsfonds zu verhindern.

Wer den Bröckemännche-Preis erhält, entscheidet jedes Jahr der Vorstand des BMC. Alle Mitglieder und auch alle bisherigen Preisträger können Vorschläge einreichen.

 

Über Germanwatch

Germanwatch ist eine unabhängige Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisation, die sich für eine zukunftsfähige globale Entwicklung einsetzt, die sozial gerecht, ökologisch verträglich und ökonomisch tragfähig ist. Mit über 650 erfolgreich abgeschlossenen Projekten hat sich Germanwatch seit 1991 als wirkungsvoller Akteur der Zivilgesellschaft etabliert.
Germanwatch arbeitet schwerpunktmäßig zu den Themenbereichen:

  • Klimaschutz, Klimaanpassung, Schäden und Verluste
  • Unternehmensverantwortung
  • Welternährung, Landwirtschaft und Handel
  • Nachhaltige und demokratiefähige Digitalisierung
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • Sustainable Finance
  • Klima- und Menschenrechtsklagen

An den Standorten Bonn und Berlin arbeiten mehr als 100 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter:innen sowie Praktikant:innen und junge Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr bei Germanwatch machen. Hinzu kommt ein wachsendes Netzwerk, das aus Engagierten, Honorarkräften und internationalen Organisationen besteht. 

Mehr Informationen: www.germanwatch.org

 

Über das Bröckemännche

Namensgeber des Bröckemännche-Preises ist eine Sandsteinfigur an der Bonner Kennedybrücke, deren Miniaturausgabe jährlich als Preis verliehen wird. Das Bröckemännche hing ursprünglich am Beueler Brückenkopf der ersten Bonner Rheinbrücke und streckte sein Hinterteil gen Beuel. Hintergrund war der Ausstieg des damals noch unabhängigen Beuel aus der Finanzierung der Brücke. Die Bonner setzten diesem „Verrat“ mit dem Bröckemännche ein Denkmal. Die Brücke wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, das Bröckemännche jedoch gerettet. In den 50-er Jahren wurde es auf die linke Rheinseite verlegt und neu ausgerichtet – als „Gruß“ an das mit Bonn um den Regierungssitz konkurrierende Frankfurt am Main.

Der Bröckemännche-Preis des Bonner Medien-Clubs richtet sich an Menschen und Gruppierungen, die im Sinne der Symbolik des Sandstein-Männchens wirken: mutig, kritisch, ironisch, direkt und eben nicht so, wie jeder andere auch. Zu den Preisträgern der 1999 erstmals vergebenen Auszeichnung gehörten der Unternehmer Dr. Hans Riegel (Haribo), der Bönnsche Karneval und die frühere Beethovenfest-Intendantin Prof. Dr. Nike Wagner. Im vergangenen Jahr wurde Cornelia Weigand, die Landrätin des Kreises Ahrweiler, mit dem Bröckemännche geehrt.

 

Wer bist du?

Ansgar Skoda. Ich bin 39 Jahre alt und arbeite seit etwa 15 Jahren in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Ich kam 2017 als Kommunikationsreferent einer Forschungseinrichtung und Nachfolger einer Kollegin, die bereits Mitglied war, in den BMC. 2019 endete jedoch mit Wechsel des Trägers der damaligen Forschungsakademie mein Vertrag. Ich arbeitete kurzzeitig für das ITAS am Karlsruher Institut für Technologie. Hier wertete ich u.a. für die DFG das wissenschaftliche Fachportal openTA https://openta.net/ aus. Danach war ich über zwei Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter und Webentwickler bei einem Bundesinstitut. Aktuell leite ich seit Mai den Online-Bereich des Universitätsklinikums Bonn.

 

Warum bist du im BMC?

Ich lerne gerne neue Einrichtungen und Orte in Bonn kennen und vernetze mich gerne. Auch geben ausgewählte eingeladene Gäste wie die Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes, Katarina Barley, oder Bundesministerin Svenja Schulze oft höchst spannende Einblicke.

 

Bier oder Wein oder Wasser? Eine Empfehlung dazu?

Bei größerem Durst gerne Wasser oder auch schon mal ein Weißbier. In der dunklen Adventszeit trinke ich gerne lieblichen Wein, wie eine Cuvée Sainte Catherine oder einen Ambre de Samonios vom Weingut meiner Schwester Freya und ihres Partners Patrice in Südfrankreich https://domainedecabarrouy-deutsch.simdif.com/domaine_de_cabarrouy_die_Weine.html.

 

Welche Schlagzeile würdest du morgen gerne in deinem liebsten Medium lesen?

Russland zieht sich aus der Ukraine zurück und entschädigt für sämtliche Kriegsverbrechen. Putin wurde abgesetzt.

 

Welchen Ratschlag kannst du nicht mehr hören?

Gut Ding will Weile haben.

 

Welche Begabung hättest du gerne?

Besser schauspielern können.

 

Welcher Mensch hat dich beeindruckt?

Als Bibliomane beeindrucken mich oft nachhaltig die Urheber außergewöhnlicher Bücher, wie zuletzt der finnisch-kosovarische Autor Pajtim Statovci mit Grenzgänge (2021). Mein Lektüreerlebnis hier: https://www.kultura-extra.de/literatur/rezensionen/buchkritik_PajtimStatovci_Grenzgaenge.php

 

Schönstes Foto, das du hast:

Ich fotografiere gerne größere Konzerte aus dem Fotograben. Von Grace Jones habe ich 2016 bei den Electronic Beats eine ganz intime Aufnahme gemacht, die mir heute noch gefällt. Mehr Fotos vom Konzert. https://ansgar-skoda.tumblr.com/post/144655111447/die-jamaikanische-popikone-grace-jones-er%C3%B6ffnete

Kennst du einen guten Witz?

Leider ein bisschen politisch inkorrekt:

Bestellt ein Gast beim Kellner in gepflegter Runde: „Ich hätte gerne ein Zigeunerschnitzel.“ Der Kellner: „Das sagt man aber so nicht mehr.“ Der Gast läuft leicht rot an und räuspert sich: „Mhm. Ach so, natürlich, dann ein Zigeuner*innenschnitzel.“

 

Was ist deine liebste Ausrede?

Da habe ich leider schon Karten für die Oper. Das ist dann meistens aber auch so 😉

Wer bist du?

Mein Name ist Thomas Scheibe, ich bin seit über 39 Jahren Soldat und wohne seit über 20 Jahren im Siebengebirge. Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften war ich als Ausbilder vorwiegend für die Grundausbildung junger Soldaten verantwortlich (ich gendere hier nicht, denn es gab damals keine Soldatinnen). Seit über 25 Jahren bin ich in der „Informationsarbeit“ der Bundeswehr, wie wir das nennen, tätig. Neben Verwendungen überall in Deutschland auf vielen verschiedenen Ebenen vom Geschwader bis zum BMVg konnte ich in Afghanistan Einsatzerfahrung und als Sprecher der Luftwaffe Erfahrungen u.a. in der Krisenkommunikation sammeln. Seit ca. 2 ½ Jahren leite ich das Presse- und Informationszentrum des Ausrüstungs- und Beschaffungsbereiches der Bundeswehr und bin Sprecher der Präsidentin des (Achtung: Wortungetüm) Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) in Koblenz.
Und für die, die sich ein bisschen auskennen: mein Dienstgrad ist Oberst.

Warum bist du im BMC?

Vor ca. 10 – 12 Jahren war ich im BMVg auf der Hardthöhe tätig, als ich aufgrund von Verbindungen zu Behörden und der Stadt Bonn vom BMC hörte. Berufsbedingt neugierig informierte ich mich und war dann schnell von der Zusammensetzung der „Truppe“ begeistert: beide Seiten, sowohl die Medienschaffenden als auch die Pressesprecher:innen gemeinsam in einem Verbund, das finde ich bis heute auch aufgrund des Netzwerkes, der Regionalität und der guten Atmosphäre bei allen Veranstaltungen klasse. Gerade aufgrund meiner Uniform kam ich sehr schnell in gute Gespräche und konnte schnell Kontakte knüpfen.

Bier oder Wein oder Wasser? Eine Empfehlung dazu?

Alles, was mit „W“ anfängt. Wein, Wasser, aber vor allem Whisky ist meine Passion. Da liebe ich derzeit besonders den Ardbeg Uigeadail. Ein guter Grau- oder Weißburgunder, bevorzugt aus dem Haus einer mit uns befreundeten Winzerin von der Nahe, ist aber auch immer im Weinregal.

Welche Schlagzeile würdest du morgen gerne in deinem liebsten Medium lesen?

„Geschafft – die Bundeswehr ist personell und materiell voll ausgestattet!“

Welchen Ratschlag kannst du nicht mehr hören?

Alle ungefragten Ratschläge, die meist mit „Ich geb Dir einen guten Rat…“ anfangen. Das empfinde ich als aufdringlich und bevormundend. Dann passt der Satz „Der schlimmste Schlag ist der Ratschlag“.

Welche Begabung hättest du gerne?

Ich bin ein großer Fan von Opern und bin absolut fasziniert, wenn dort zum Beispiel ein Tenor eine Gänsehaut zaubert. Auch „Voice of Germany“ schaue ich mir manchmal an und bin sehr neidisch auf die Künstler:innen. Sie kommen auf die Bühne, machen den Mund auf und berühren mit ihrem Gesang etwas in mir. Das würde ich auch gerne können.

Welcher Mensch hat dich beeindruckt?

Da könnte ich eine ganze Liste machen, die durchaus jeden Tag länger werden kann. Es gibt viele Menschen, die mich im Kleinen oder im Großen beeindruckt haben oder beeindrucken. Unschlagbar an der Spitze stehen aber meine Eltern, die sich mit harter Arbeit etwas geschaffen haben und zugleich immer für Wohl und Fortkommen ihrer Kinder gesorgt haben. Sie haben mir all die Werte vorgelebt und mitgegeben, die ich gemäß meinem Eid bis zur letzten Konsequenz verteidige. Und ich bin sehr froh, sie auch heute noch zu haben.

Schönstes Foto das du hast?

Alle Fotos, auf denen ich mit meiner Frau und meinen beiden Töchtern zusammen bin. Leider sind wir immer seltener versammelt. Und ich bitte um Nachsicht, dass ich hier keines veröffentliche.

Kennst du einen guten Witz?

Da melde ich „Fehlanzeige“. Ich habe da sofort das einstimmige Votum meiner Töchter im Kopf, dass meine Witze meist mies und selten lustig seien.

Was ist deine liebste Ausrede?

Die, die nicht ausgesprochen wird. Ich versuche Ausreden immer zu vermeiden. Warum nicht die Wahrheit sagen, das ist viel sinnvoller und ehrlicher.