Aktuelles und News vom BMC

Was für ein Abend! Zahlreiche Mitglieder und Gäste haben das Weihnachtsessen des BMC am 5. Dezember im Restaurant Cantos in der Beethovenhalle zu einem echten Advents-Highlight gemacht. Und ja: Ludwig van Beethoven war auch dabei – zumindest als inspirierender Geist des Hauses, dessen Atmosphäre uns den ganzen Abend begleitet hat.

Bereits zum Auftakt wurde klar, wie emotional die Rückkehr des BMC in seine frühere Heimat/ Veranstaltungsstätte ist:
“Der Bonner Medienclub kehrt nach rund einem Jahrzehnt in die Beethovenhalle zurück. Für uns ist das wie nach Hause zu kommen an diesen inspirierenden Ort, mit dem wir so viele schöne Erinnerungen verbinden“, so der Vorsitzende des BMC Prof. Dr. Andreas Archut.

Nach einem Sektempfang folgte ein köstliches Drei-Gänge-Menü, gute Gespräche, viele Wiedersehen – und die eine oder andere Überraschung. Ein Abend voller Musik, Begegnungen und festlicher Stimmung. Die Vorstandsmitglieder Dr. Hans-Hoyer von Prittwitz und Gaffron und Andreas Archut erfreuten die Gäste mit einem gedichteten Jahresbericht (abrufbar im BMC-Intranet).

Wir danken allen, die diesen besonderen Abend möglich gemacht haben. Und wir sind sicher: Beethoven hat gefallen, was er da gesehen hat…

 

Lydia Lohmeyer, langjährige Gastgeberin für die Veranstaltung des Medienclubs, darf sich künftig mit ihrem Team als „Premium-Partner“ des BMC bezeichnen. Foto: Johann F. Saba

2. Vorsitzender Dr. Hoyer von Prittwitz und Gaffron (rechts) trug gemeinsam mit Andreas Archut einen gedichteten Jahresrückblick vor. Foto: Johann F. Saba

Zum schnelleren Kennenlernen der rund 80 Gäste gab es zu Beginn des Abends eine Partie „Bingo“, bei der es unentdeckte Eigenschaften von Gästen herauszufinden galt. Foto: Johann F. Saba

Hatten einen wunderbaren Abend: Rund 80 Gäste, BMC-Mitglieder und ihre „besseren Hälften“, genossen die Rückkehr in das Restaurant der Beethovenhalle. Foto: Johann F. Saba

Die Hintergrundgespräche des BMC werden immer beliebter. Diesmal waren 40 Gäste in den Schützenhof gekommen und erlebten an dem Abend, dass das jemand sehr offen spricht über Dinge, die sonst gern hinter Formulierungen verschwinden. Generalleutnant Gerald Funke, Befehlshaber des neuen Unterstützungsbereichs der Bundeswehr und damit zuständig für 55.000 Soldatinnen und Soldaten, beeindruckte im Gespräch mit Monika Hörig und den Mitgliedern.

Funke erklärte, was das Unterstützungskommando eigentlich trägt: Logistik, Militärpolizei, ABC-Abwehr, Sanitätsketten, Zusammenarbeit mit Kliniken, Transporteuren, Polizei – all das, was dafür sorgt, dass die kämpfende Truppe überhaupt funktionieren kann. Ohne die enge Verzahnung mit zivilen Partnern gehe gar nichts, sagte er sinngemäß. Und er scheute sich nicht, die Lage klar zu zeichnen: Die Bundeswehr sei aufgewachsen, aber längst nicht dort, wo sie angesichts der Bedrohung durch Russland stehen müsse. Die Wehrdienst-Pläne der Bundesregierung bewertet er als wichtigen, pragmatischen Einstieg.

In der Diskussion ging es dann quer durch die drängenden Themen: Drohnenabwehr, Verwundetentransport, die Abhängigkeit von zivilen Speditionen, Doppelbelastungen von Ehrenamtlichen, mögliche Engpässe in Kliniken und die Frage, wie realistisch ein massiver Personalaufbau überhaupt ist. Funke blieb bei allem erstaunlich direkt – nicht alarmistisch, aber auch nicht beschönigend. Sein roter Faden: Sicherheit sei längst keine reine Aufgabe der Bundeswehr mehr, sondern eine, die nur funktioniert, wenn alle Teile der Gesellschaft mitziehen.

Richard Bongartz

Wie bringt man Europa näher an die Menschen heran? Eine Antwort darauf versucht die EU-Kommission mit ihrer Regionalvertretung in Bonn zu geben. Der Europa-Punkt am Bundeskanzlerplatz versteht sich als Anlaufstelle für Bürger*innen, Schulen, Medien und Organisationen, die mehr über die Arbeit der EU erfahren wollen.

Am 8. Oktober 2025 war der Bonner Medienclub auf Einladung von Dr. Stefan Lock, dem Leiter der Bonner Vertretung, zu Gast in der EU-Repräsentanz der Regionalvertretung der Europäischen Kommission. Die hiesige Regionalvertretung ist erst kürzlich an die geschichtsträchtige Adresse umgezogen.

Lock begann seine Vorstellung der Regionalvertretung damit, ihre Aufgabe, die Arbeit der EU-Kommission – auch in Abgrenzung zu anderen EU-Institutionen – als Informationszentrum Europa-Punkt Bürgern, Schulen, Medien, Organisationen bei Veranstaltungen, in Seminaren, aber auch auf Anfrage in individuell zugeschnittenen Formaten zu erläutern. Zuständig ist die von Lock geleitete Vertretung für Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland und versteht sich als Bindeglied zwischen diesen Bundesländern und der Kommission in Brüssel.

Die Mitglieder bekamen Einblick in das aktuelle politische Programm der EU-Kommission, in dessen Zentrum die Wettbewerbsfähigkeit der EU steht. Dabei lenkte Lock auch den Blick auf die Planbarkeit der Agenda und insbesondere den dafür nötigen Budgets in einer Zeit kumulierter Krisen. Gleichzeitig steigt der Bedarf, die EU zu erklären, in Zeiten zunehmender Kritik. So seien Entscheidungen wie die des EU-Parlaments am Tage des Hausbesuchs, aufgrund der Verwechslungsgefahr zwischen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln Begriffe wie „Tofu-Würstchen“, „Soja-Schnitzel“ oder „Veggie-Burger“ zu verbieten, erklärungsbedürftig.

Die Regionalvertretung setzt in ihrer Arbeit beispielsweise in Schulen den Fokus darauf, was die EU ganz lokal vor Ort in der Kommune bringt, um mehr Nähe zu Brüssel herzustellen. Dabei gab Lock auch den Ausblick auf eine in Planung befindliche Erhebung, um die Erwartungshaltung der Jugend in Interviews zu ermitteln und die Aufklärungsarbeit daran auszurichten.

Jérôme Lefèvre

35 neugierige Besucherinnen und Besucher des Bonner Medienclubs machten sich gemeinsam auf den Weg ins Arp Museum – und erlebten dort einen Abend, der so viel mehr war als nur eine klassische Führung. Museumsleiterin Dr. Julia Wallner und ihre Mitarbeiterin Annette Krapp nahmen alle mit durch die historischen Räume des Bahnhofs und hinein in die leuchtende Welt der abstrakten Kunst. „Ein Bahnhof ist ein Ort des Wegfahrens und Ankommens, ein Ort, an dem man sich trifft“, erklärte Wallner gleich zu Beginn und schlug damit eine Brücke von der Architektur zum offenen Geist des Hauses.

Die Ausstellung „Netzwerk Paris. Abstraction-Création 1931–1937“ brachte die Gruppe mitten hinein in das brodelnde Paris der 1930er Jahre. Dort, wo Künstler wie Piet Mondrian, Hans Arp oder Sophie Taeuber-Arp in klaren Linien und mutigen Farben gegen den erstarkenden Faschismus aufbegehrten, zeigte sich die Vielfalt der Moderne. „Es war schwer, einen Markt zu finden, es war schwer überhaupt zu verkaufen“, betonte Annette Krapp – und genau deshalb schlossen sich über 90 Künstlerinnen und Künstler aus 20 Ländern in dieser Bewegung zusammen. Vor den Bildern und Skulpturen, von Mondrians strengem Blau-Gelb bis zu organisch geschwungenen Linien, konnten alle erahnen, wie radikal diese Ideen damals wirkten.

Besonders eindrucksvoll war, wie die Ausstellung den historischen Bogen bis in unsere Gegenwart spannte. Zwischen den Klassikern fanden wir auch Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern wie Daniel Buren oder Timo Nasseri, die die Prinzipien der Abstraktion heute weiterdenken. Eine Installation aus geometrischen Formen im Außenbereich leuchtete wie eine moderne Hommage an die mathematische Strenge von damals – und doch mit ganz eigener Sprache. „Die Vielfalt der Künstlerinnen und Künstler, die hier zusammenfanden, ist erstaunlich“, hob Krapp hervor. „Und auffallend viele Frauen spielten dabei eine prägende Rolle“.

Die witzigen Wandmalereien des britischen Künstlers Stephen McKenna begegnen den Besucherinnen und Besuchern der Toiletten. Foto: Richard Bongartz

Und dann kam die wohl größte Überraschung des Abends: In den ehemaligen Bahnhofstoiletten entdeckten wir Wandmalereien des britischen Künstlers Stephen McKenna – ein Stück Kunstgeschichte mit augenzwinkernd erotischer Note. Zwischen zarten Figuren, kunstvollen Zitaten und einem Porträt der legendären „Rosalka“ zeigte sich, dass selbst das stille Örtchen im Arp Museum voller Geschichten steckt.

Zum Ausklang standen wir wieder im alten Bahnhof, wo Wallner das Museum als „Ort gegen Einsamkeit“ beschrieb. Mit einem Glas Wein in der Hand spürten die Mitglieder, dass Kunst in diesem Museum nicht nur betrachtet wird, sondern Menschen verbindet. Ein spannender, anregender Abend mit Nachhall.

Richard Bongartz

Der Bonner Medienclub hat am 18. August bei seinem Sommerempfang den Konzertveranstalter Ernst-Ludwig Hartz mit dem renommierten Bröckemännche-Preis 2025 ausgezeichnet. Die feierliche Zeremonie fand bei schönstem Sommerwetter im VIP-Bereich des KUNST!RASEN-Geländes statt, wo sich etwa 300 Gäste aus Politik, Medien und Kulturszene versammelt hatten. Die Veranstaltung wurde großzügig von der Deutschen Post DHL und der Radeberger Gruppe als Hauptsponsoren unterstützt.

Würdigung eines Kulturpioniers

BMC-Vorsitzender Prof. Dr. Andreas Archut hob in seiner Eröffnungsansprache die außergewöhnliche Beharrlichkeit des Preisträgers hervor: „Selbst unter schwierigsten Rahmenbedingungen ließ sich Ernst-Ludwig Hartz nicht von seinem Ziel abbringen und ermöglichte der Bonner Bevölkerung so unvergessliche Musikerlebnisse.“ Er habe also klassische „Bröckemännche-Qualitäten“ bewiesen. Die traditionsreiche Auszeichnung ehrt seit 1997 Persönlichkeiten, die durch mutiges und unkonventionelles Handeln das öffentliche Leben bereichern oder sich besondere Verdienste um die Stadtgemeinschaft erworben haben. Die historische Skulptur des Bonner Brückenmännchens, nach der der Preis benannt ist, wurde 1898 am rechtsrheinischen Brückenkopf des Beueler Strompfeilers angebracht und zeigt provokant ihr Hinterteil in Richtung Beuel, das sich damals nicht an den Baukosten beteiligte.

Laudatio von Wolfgang Niedecken

BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken, der erst zwei Tage zuvor mit seiner Band den triumphalen Abschluss der „Zeitreise 81/82″-Tournee vor ausverkauftem Haus auf dem KUNST!RASEN gefeiert hatte, übernahm die Laudatio für seinen langjährigen Weggefährten – ein „Herzensanliegen“, wie er selbst sagt. Die Verbindung zwischen beiden Männern reicht weit zurück: Hartz organisierte seit 1980 bereits etwa 20 BAP-Konzerte, darunter fünf auf dem KUNST!RASEN.

„Ernst-Ludwig ‚Ernest‘ Hartz verkörpert den klassischen Selfmademan“, betonte Niedecken in seiner Rede. „Bonn darf sich glücklich schätzen, einen Mann mit derartigen internationalen Verbindungen zu haben, der Weltstars in unsere Stadt holt, die den Bonnern sonst verwehrt geblieben wären. Diese Auszeichnung hat er sich redlich verdient.“

Der Musiker schwärmte von den zahlreichen Legenden, die er dank Hartz auf dem KUNST!RASEN erleben durfte: Patti Smith, Crosby, Stills and Nash, Lou Reed und Bob Dylan. Scherzhaft bemerkte er, Bonn sei ohnehin ein Teil Kölns, und würdigte den Preisträger als „Überzeugungstäter mit weltweiten Kontakten“.

Wolfgang Niedecken bewegte mit seiner Laudatio.

 

Humorvolle Dankesrede mit kritischen Untertönen

Hartz begann seine Dankesrede mit einer amüsanten Anekdote über ein nächtliches Traumgespräch mit Ludwig van Beethoven, dem Bröckemännche-Preisträger von 2020. Anlass war die kürzlich verhängte Geldstrafe von 20.000 Euro wegen minimalen Überschreitungen bei Lautstärke und Dauer des Lynyrd Skynyrd-Konzerts im Juli. Im Traum habe der „große Ludwig“ dem „kleinen Ludwig“ erzählt, dass er seinerzeit auch immer Probleme mit der Lautstärke hatte, so einst beim Fürsten Franz Josef Maximilian von Lobkowitz. Dort gab er ein „körperlich intensives“ Konzert und verlor so 20.000 Groschen Honorar, weil es dem Fürsten zu laut gewesen war.

Nach den Lachern wurde Hartz jedoch auch nachdenklich: „Bonns freie Kulturszene war stets innovativ und kreativ. Was jedoch oft fehlt und auch heute vermisst wird, ist die angemessene Anerkennung durch Politik und Verwaltung.“

48 Jahre Leidenschaft für Live-Musik

Seit fast fünf Jahrzehnten prägt der gebürtige Godesberger die regionale Konzertlandschaft. Was 1977 mit einem ausverkauften Auftritt in der Aula des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums in Bad Godesberg begann, entwickelte sich zu einer beeindruckenden Karriere mit Auftritten von Künstlern wie Level 42, Peter Gabriel und Marillion.

Legendär wurden seine Großveranstaltungen im Müngersdorfer Stadion sowie die langjährige Bespielung des Bonner Museumsplatzes von 1996 bis 2011 mit internationalen Größen wie Joe Cocker, Pink Floyd, Genesis und Van Morrison. Mit der Gründung des KUNST!RASEN-Geländes am Bonner Rheinufer schuf Hartz zusammen mit Partner Martin Nötzel 2012 einen neuen Ort für Open-Air-Kultur, der seither viele Weltstars nach Bonn brachte.

Trotz aller Herausforderungen – von Lärmschutzauflagen über behördliche Skepsis bis hin zur Corona-Pandemie – hat sich Hartz immer wieder neu erfunden. Ohne öffentliche Förderung stemmt sein Team jährlich Events mit mehreren Millionen Euro Umsatz.

Die Preisverleihung klang bei angeregten Gesprächen und entspannter Atmosphäre aus. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich neben Vertretern aus Politik und Stadtgesellschaft auch viele Kollegen und Weggefährten des Preisträgers.

(v.l.) Wolfgang Niedecken, Ernst-Ludwig Hartz, Andreas Archut

Bröckemännche geht an Konzertveranstalter Ernst-Ludwig Hartz (v.l.): Wolfgang Niedecken, Ernst-Ludwig Hartz, Andreas Archut

Wir danken Benjamin Westhoff für die Fotos zu diesem Beitrag.

Wie fühlt es sich an, Bonn aus rund 160 Metern Höhe zu sehen? Antwort auf diese Frage gab es beim jüngsten Hausbesuch des Bonner Medienclubs – und das an einem ganz besonderen Ort: dem Post Tower, dem höchsten Hochhaus Deutschlands außerhalb Frankfurts. Anlass des Besuchs war ein Jubiläum: Vor 25 Jahren wurde der Grundstein für das architektonische Wahrzeichen gelegt. Seitdem prägt der 162,5 Meter hohe Glasturm die Bonner Skyline – und ist Sitz der Konzernzentrale der DHL Group.

Der Club wurde herzlich begrüßt von Dr. Thomas Ogilvie, Personalvorstand der DHL Group, der sich viel Zeit für die Gäste nahm und sie auf eine eindrucksvolle Entdeckungsreise durch das Gebäude begleitete – vom fünften Untergeschoss mit den technischen Versorgungsanlagen bis hinauf zur Dachterrasse im 40. Stock. Dort oben bot sich ein atemberaubender Ausblick über Bonn und das Rheinland – und ganz nebenbei ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie viel Grün Bonn zu bieten hat.

Im Gespräch: Andreas Archut (l.) und Thomas Ogilvie Foto: Ayse Tasci

In persönlichen Gesprächen mit Ogilvie erfuhren die Mitglieder auch manche Anekdote: etwa, dass seine Karriere bei der Post noch vor Fertigstellung des Towers begann – als Praktikant in einem fensterlosen Raum im alten Postministerium. Ein weiter Weg, den er ebenso wie der Konzern erfolgreich beschritten hat.

Beeindruckt zeigten sich die Gäste nicht nur von der offenen, lichtdurchfluteten Architektur des von Stararchitekt Helmut Jahn entworfenen Gebäudes. Auch in puncto Nachhaltigkeit war der Post Tower seiner Zeit voraus: Dank eines innovativen Heiz- und Belüftungskonzepts kommt das Hochhaus ganz ohne Klimaanlagen aus – und benötigt rund 30 Prozent weniger Energie als vergleichbare Gebäude.

Ein Zeichen für gelebte Nachhaltigkeit setzte DHL auch mit einer besonderen Geste: Ogilvie überreichte dem BMC-Vorsitzenden Andreas Archut ein Zertifikat, das die Pflanzung von 60 Bäumen in Nicaragua dokumentiert – ein Baum für jedes Clubmitglied, das am Hausbesuch teilnahm [auch für die No-Shows…; Anmerkung der Redaktion].

Studiengänge müssen praxisnäher und flexibler werden, um junge Menschen für Technikfächer zu begeistern. Das ist beim Besuch von Prof. Marion Halfmann, Präsidentin der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, im Bonner Medien-Club deutlich geworden. „Vielleicht müssen wir auch in den Studiengängen zum Teil ein bisschen entmotten“, sagte Halfmann. Frühe Einblicke in Berufsfelder sollen helfen, hohe Abbruchquoten zu senken.

Die Hochschule setzt dabei auf enge Kooperationen mit Unternehmen, interdisziplinäre Studiengänge wie Cybersecurity und stärkere internationale Ausrichtung. Zugleich beklagte Halfmann lange Entwicklungszeiten und knappe Mittel. 90 Prozent des Budgets kommen vom Land NRW – Spielräume bleiben gering. Neue Potenziale sieht Halfmann in der wissenschaftlichen Weiterbildung für Unternehmen. Voraussetzung: bessere gesetzliche Rahmenbedingungen und Anrechnung auf die Lehre. „Jetzt ist die Frage Geld“, so Halfmann. Das sei ein schwieriges Feld.

Richard Bongartz

Wie gelingt tiefgreifender Wandel in Unternehmen – jenseits bloßer Optimierungen? Der Bonner Medien-Club widmete sich dieser Frage in einer Veranstaltung, bei der die Mitglieder auch live miterleben konnten, wie eine KI-gestützte Auswertung einer Mitgliederbefragung funktioniert. Die dabei präsentierten Ergebnisse lieferten wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung des Netzwerks – und bildeten zugleich den praktischen Rahmen für das Thema des Abends: Veränderungsprozesse sinnvoll und nachhaltig zu gestalten.

Claus-Bernhard Pakleppa, geschäftsführender Gesellschafter der Beratungsgesellschaft P4d, gab dazu fundierte Einblicke in seine Arbeit. Er unterschied klar zwischen kontinuierlichem „Change“ und tiefgreifender „Transformation“ – letzteres sei eine grundlegende Neuausrichtung, die „die Grundfeste der Organisation grundsätzlich in Bewegung bringt“, so Pakleppa. P4d begleitet solche Prozesse nicht mit klassischen Beratungsmethoden, sondern im engen Miteinander mit den Kunden – über Jahre hinweg und mit einem systemischen Blick auf die Organisation als Ganzes.

Besonders betonte Pakleppa die Rolle von Führungskräften: Sie müssten mehr leisten als reines Management, sondern aktiv Verantwortung für Veränderung übernehmen. „Ich brauche Führungskräfte, die Verantwortung übernehmen, schnell agieren können und sich nicht nur im Tagesgeschäft verlieren“, sagte er. Ein digitales Beteiligungstool, das P4d in Projekten einsetzt, ermögliche es zudem, komplexe Prozesse transparent zu gestalten und verschiedene Perspektiven frühzeitig einzubeziehen – auch international.

Richard Bongartz

Vorstandsvorsitzender Matthias Möseler hat den Bonner SC aus dem Dornröschenschlaf geweckt: Aufstieg in die Regionalliga, Zuschauerschnitt von rund 1.000 im Sportpark Nord, explodierende Social-Media-Resonanz, wachsende Anfragen von mittelständischen Sponsoren. Das alles hörten rund 30 BMC-Mitglieder beim Hausbesuch im Sportpark Nord. Neben dem BSC-Vorstandsvorsitzenden standen auch BSC-Sportdirektor Daniel Zillken und Christian Schmidt-Preuß, Vorstand Sponsoring beim BSC, den Gästen beim Hintergrundgespräch im Timeout/VIP-Bereich Rede und Antwort. Sie gaben Einblicke in die Herausforderung und die Planungen zur Regionalliga, der ersten Profilliga im deutschen Fußball. Gleichzeitig feiert der BSC in diesem Jahr 60-jähriges Bestehen und 50 Jahre Deutsche Meisterschaft der BSC-Frauen – unter anderem am 5. Juli auf dem Bonner Marktplatz mit einem großen Fest unter der Moderation von Katrin Müller-Hohenstein.

Neben dem Talk hatten die BMC-Mitglieder auch die Möglichkeit, Gast des Meisterschaftsspiels des BSC gegen den FC Hürth zu sein. Und das Daumendrücken und Mitfiebern half: Der BSC gewann mit 3:0 und baute damit seine Tabellenführung weiter aus.

Der Bonner SC ist der traditionsreiche Fußballverein der Bundesstadt, gegründet 1965. Mit Sitz im Sportpark Nord steht der BSC für ambitionierten Regionalliga-Fußball, starke Jugendarbeit und eine enge Verbindung zur Stadtgesellschaft. Der Verein vereint sportlichen Ehrgeiz mit sozialem Engagement und bietet zahlreichen Fans in Bonn und Umgebung eine sportliche Heimat. Mehr unter: www.bonner-sc.de.

Michael Pieck

Beim Besuch des CDU-Europaabgeordneten Axel Voss beim Bonner Medien-Club stand die Zukunft Europas im Mittelpunkt. Voss skizzierte die großen Herausforderungen für die EU: Klimakrise, Migration, Digitalisierung und geopolitischer Druck von außen. Er forderte mehr politische Führung – insbesondere von Deutschland – und ein entschlosseneres gemeinsames Handeln der Mitgliedsstaaten.

Mit Blick auf die Digitalisierung sprach sich Voss für mehr europäische Souveränität und eine Stärkung eigener Infrastrukturen aus. Auch rechtliche Fragen wurden thematisiert, etwa das sogenannte Plattformprivileg, das großen Internetkonzernen rechtliche Vorteile verschafft. Hier sei eine Reform überfällig, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

Voss plädierte für mehr Gemeinsamkeit in der Außen-, Sicherheits- und Technologiepolitik – und machte klar: Nur wenn Europa seine Kräfte bündelt, kann es auch künftig eine gestaltende Rolle in der Welt einnehmen.

Richard Bongartz