Wie sich Bonns Zeitung neu erfindet: Besuch beim General-Anzeiger
Der General-Anzeiger treibt seinen Umbau zum digitalen Medienhaus weiter voran. Beim Besuch des Bonner Medienclubs machte Geschäftsführer Kersten Köhler in den Büroräumen an der Baunscheidtstraße deutlich: „Wir machen Mediendienstleistung, Information aus Bonn für Bonn – und zwar aus Leidenschaft.“ Gleichzeitig stehe das Haus vor Herausforderungen, weil die gedruckte Zeitung an Bedeutung verliere und digitale Angebote wachsen müssen.
Chefredakteur Helge Matthiesen erklärte, dass sich Inhalte stärker am Nutzungsverhalten orientieren: „Wir müssen es so erzählen, dass es auch Menschen erreicht.“ Das hat Folgen für die Themenauswahl – klassische Formate wie ausführliche Ratsberichte werden seltener, wenn sie kaum gelesen werden. „Wir bemühen uns, die politischen Inhalte, die wir auch als Journalistinnen und Journalisten für unverzichtbar halten, so zu erzählen, dass es auch Menschen erreicht“, sagte Sylvia Binner von der Chefredaktion.
In der Diskussion wurde auch Kritik laut, etwa zur lokalen Politikberichterstattung. Die Redaktion verwies auf den Spagat zwischen Anspruch und Wirtschaftlichkeit. Klar sei: „Journalismus muss bezahlt werden.“ Trotz aller Veränderungen sieht sich der General-Anzeiger als verlässliche Stimme der Region. „Das, was wir verkaufen, ist Vertrauen“, betonte Köhler.


